Neuerscheinungen


 

 
Ingrid Heidrich (Hg.)
Die Urkunden der Arnulfinger
Die Urkunden der Arnulfinger, der Vorfahren Karls des Großen aus den
Linien Arnulfs von Metz und Pippins des Älteren, hatte K. A. F. Pertz 1878
im Anhang zu seiner Edition der Merowingerurkunden herausgegeben. Nun
liegt neben der Neuedition der Merowingerurkunden (2001) auch die der
Arnulfingerurkunden bei den MGH vor. Die Aufarbeitung der umfangreichen
handschriftlichen Überlieferung war die Grundlage für eine Reihe von
Textneufassungen, welche die Autorin 1998 elektronisch und 2001 auch als
Buch präsentierte. Für die nun vorliegende Ausgabe, die von den MGH
betreut wurde, hat die Autorin die Erstedition überarbeitet und ergänzt.
Gegenüber dieser kamen auch drei Stücke, zwei Fälschungen und ein
Deperditum, hinzu. Der Band enthält außer einer grundlegenden Einleitung
dreiundzwanzig als echt klassifizierte Urkunden, einen Brief, zwölf mittelalterliche
und vier moderne Fälschungen, also insgesamt neun Dokumente
mehr als die Ausgabe von 1878. Einen besonderen Gewinn für die Forschung
stellen die siebenundfünfzig Deperdita dar, die so noch nie zusammengetragen
wurden und die wichtige Details für die frühkarolingische Geschichte
erschließen.

LII und 162 S. | 4° | 2011 | ISBN: 978-3-7752-2101-6
Ln. | Preis: € 50.00 bestellen | order
Weitere Titel unter: Diplomata maiorum domus regiae e stirpe Arnulforum


 

 
Uwe Ohainski (Bearb.)
Urkundenbuch des Augustinerchorfrauenstiftes Dorstadt
Kurz vor seinem Tod im Jahre 1189 stiftete der Edelherr Arnold von Dorstadt an seinem Herrensitz in Dorstadt – etwa 10 km südlich von Wolfenbüttel – ein Augustinerchorfrauenstift. Das Stift hatte allen Veränderungen in politischer und religiöser Hinsicht zum Trotz durchgängig bis 1810 Bestand. In diesem Jahr wurde es von der westphälischen Regierung aufgehoben und an die Bankiersfamilie von Löbbecke verkauft, in deren Besitz als landwirtschaftlicher Betrieb es sich noch heute befindet.
Anders als bei den meisten anderen stiftshildesheimischen Feldklöstern verblieb das Stiftsarchiv bis heute an seinem ursprünglichen Standort. Deshalb war es von den Katastrophen der Jahre 1943 und 1946 nicht betroffen, die das Hauptstaatsarchiv Hannover ereilten und zahlreiche Urkundenfonds sowie fast die gesamte kopiale Überlieferung vernichteten.
Das Urkundenbuch hat sich zur Aufgabe gemacht, den im Großen und Ganzen vollständig auf uns gekommenen Originalurkundenbestand und die stiftseigene kopiale Überlieferung (zwei Kopiare befinden sich noch vor Ort, eines wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts dem Stiftarchiv entfremdet und lagert heute in Hildesheim) zugänglich zu machen. Die älteste im Rahmen dieser reinen Fondsedition wiedergegebene und im Archiv überlieferte Urkunde stammt von 1143 und die jüngste von 1660.
Als Ergänzung sind den Urkundentexten folgende Anhänge beigegeben: 1. ein Urkundeninventar von 1572, in dem 152 Urkunden verzeichnet sind, die überwiegend noch im 16. Jahrhundert als wertlos kassiert wurden; 2. das Sachinventar des Stiftes und seines Vorwerkes in Nienrode von 1573; 3. die im Dorstädter Kopialbuch von 1614 verzeichnete Klostergründungslegende; 4. die Geschichte der Pröpste von 1644 bis 1803, die vom letzten Dorstädter Propst 1807 aufgezeichnet wurde.

Zum Autor: Uwe Ohainski, Jahrgang 1964, ist Mitarbeiter beim Göttinger Akademieprojekt „Ortsnamen zwischen Rhein und Elbe“ und am Institut für Historische Landesforschung der Universität Göttingen. Zugleich ist er in der Geschäftsstelle der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen tätig. In seinen bisher 13 monographischen Abhandlungen, zahlreichen Aufsätzen sowie sonstigen Beiträgen z.B. zu Nachschlagewerken beschäftigt er sich hauptsächlich mit Ortsnamenforschung, niedersächsischer Landes- und Kirchengeschichte, älterer Kartographiegeschichte und ist schon mehrfach editorisch tätig geworden.


435 S. | 2011 | ISBN: 978-3-7752-6058-9
Ln. | Preis: € 39.00 bestellen | order
Weitere Titel unter: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen


 

 
Arne Butt
Die Stadt Göttingen und ihre Rechte im ländlichen Raum
Herrschaft und Beherrschte in spätmittelalterlichen Dörfern
Die spätmittelalterlichen Dörfer stellen den Historiker vor erhebliche Quellenprobleme: Es handelte sich um einen weitgehend schriftlosen Raum, in dem die wenigen entstandenen Schriftzeugnisse zudem mangels archivierender Institutionen geringe Überlieferungschancen hatten. Die vorliegende Studie umgeht dieses Problem, indem sie am Beispiel der Stadt Göttingen den Zugang über städtische Herrschaftsrechte im ländlichen Raum wählt, deren Wahrnehmung in zahlreichen Amtsbüchern ihren Niederschlag fand.
Wie zahlreiche andere Städte erwarb auch Göttingen in seinem Umland Herrschaftsrechte und ließ deren Verwaltung in den seit Ende des 14. Jahrhunderts nahezu lückenlos überlieferten Kämmereiregistern dokumentieren. Gleichzeitig wurden für jene Dörfer, in denen die Stadt gerichtsherrliche Rechte besaß, sog. Vogtherrenbücher angelegt, in die die privaten Immobilien- und Kapitalgeschäfte der landbesitzenden Bevölkerung eingetragen wurden. Diesen Glücksfall der Überlieferung nutzt die vorliegende Arbeit, um die Verwaltung der städtischen Herrschaftsrechte in den Dörfern Roringen, Herberhausen, † Omborn, † Burggrone und Renshausen sowie beim Wartenbau zu untersuchen.
Die Arbeit ermöglicht auf breiter prosopographischer Grundlage Einblicke in innerstädtische Verwaltungsstrukturen und untersucht die Spielräume, in denen sich die Ausübung althergebrachter Herrschaftsrechte bewegte. Zugleich bietet sie eine detailreiche Analyse, wie virtuos sich die immobilienbesitzende Schicht im ländlichen Raum verschiedenster Geschäftsmodelle des Immobilien- und Kapitalmarktes bediente, die bisher als rein städtisches Phänomen galten.

Über den Autor
Arne Butt (geb. 1975) studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Politologie und Historische Hilfswissenschaften in Göttingen. Nach der Promotion 2009 arbeitete er freiberuflich u. a. für das Stadtmuseum Hameln und ist seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Historische Landesforschung in Göttingen.


618 S. | 2012 | ISBN: 9783-37752-6062-6
Geb. | Preis: € 49.00 bestellen | order
Weitere Titel unter: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen


 

 
Karin Ehrich
Die Frauen im Rat der Landeshauptstadt Hannover 1946 bis 2011.
Wege, Ziele, Erfolge

Hannoversche Geschichtsblätter 2011, Beiheft 6
»...Die Beiträge geben Auskunft über die Lebenswege und Kompetenzen der Ratsfrauen seit 1946, die sie in die politische Arbeit eingebracht und dabei erworben haben. Sie weisen auf persönliche Erfolge der Ratsfrauen hin und zeigen wie Frauen in den vergangenen 60 Jahren die Stadtgesellschaft mitgestaltet haben. Darüber hinaus sollen sie mittels der historisch-biografischen Dimension und des chronologischen Längsschnitts Ansatzpunkte bieten für den Aufbau von Traditionslinien politisch aktiver Frauen sowie für ein historisch fundiertes Verständnis für die Entwicklung und den aktuellen Stand in einzelnen kommunalpolitischen Aufgabenfeldern. Schließlich ergänzt die Dokumentation die traditionelle Stadtgeschichtsforschung Hannovers, die bisher nur wenige Kommunalpolitikerinnen in ihre großen Überblickswerke zur Stadtgeschichte aufgenommen hat. Insgesamt will die Dokumentation Frauen ermutigen, sich mit ihren Interessen und Anliegen nachhaltig in die Stadtpolitik einzubringen...« Dr. Brigitte Vollmer-Schubert

280 S. | sw Abb. | 2011 | ISBN: 978-3-7752-5981-1
Kart. | Preis: € 12.60 bestellen | order
Weitere Titel unter: Hannoversche Geschichtsblätter


 

 
Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte Band 83/2011

Aufsätze
100 JAHRE HISTORISCHE KOMMISSION FÜR NIEDERSACHSEN UND BREMEN – PERSONEN, GESCHICHTSBILDER,FORSCHUNGSFELDER, NETZWERKE 1910-2010. Vorträge auf der Jahrestagung der Historischen Kommission für Niedersachsen und
Bremen in Hannover vom 28. bis 29. Mai 2010
1. Landesgeschichte und Politik. Georg Schnath und die Begründung des Landes Niedersachsen. Von Thomas Vogtherr
2. Die Gründung der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. Von Heinrich Schmidt
3. Karl Brandi (1868-1946): Universitätsprofessor und erster Vorsitzender der Historischen Kommission. Von Arnd Reitemeier
4. Karl Lamprecht und die Historischen Kommissionen in Deutschland vor 1914. Zur „Konferenz der landesgeschichtlichen Publikationsorgane“ während der Deutschen Historikertage. Von Wilfried Reininghaus
5. Erstrebte Kontinuität und erzwungener Wandel? Die Historische Kommission in den Modernisierungsprozessen des 20. Jahrhunderts.
Von Dietmar von Reeken
6. Die Historische Kommission und der Niedersächsische Heimatbund. Von Carl-Hans Hauptmeyer

Landesverwaltung während des Lüneburger Erbfolgekriegs. Die Vogteirechnung des Segeband Voss in Winsen an der Luhe (1381/1382). Von
Heinrich Dormeier
Der Hamelner Kanoniker Johann von Pohle und seine Chronik der Hamelner Kirche. Von Jochen Krampe
Das Ross springt auf die Insel – Zur Entstehung,Verbreitung und Wirkung der bekanntesten Medaille auf die hannoversche Sukzession. Von Ulrike Weiß
„Erfinder“ des regionalen Selbstbewußtseins? Studentenverbindungen als Vorreiter. Von Harald Lönnecker
Wie „krank“ war die hannoversche Wirtschaft in den Weimarer Jahren? Von Hans-Werner Niemann

Besprechungen und Anzeigen
Allgemeines
— Allgemeine Geschichte und Landesgeschichte,
— Rechts-, Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte
Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Kirchen-, Geistes- und Kulturgeschichte
— Geschichte einzelner Landesteile und Orte
– Personengeschichte
Nachrichten Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen. Jahrestagung
vom 28. bis 29. Mai 2010 in Hannover
Berichte aus den Arbeitskreisen

518 S. | 2011 | ISBN: 978-3-7752-3383-5
Geb. | Preis: € 29.00 bestellen | order
Weitere Titel unter: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte


 

 
Irmgard Haas
Leben im Kollegiatstift St. Blasi in Braunschweig
Die liturgischen Stiftungen und ihre Bedeutung für Gottesdienst und Wirtschaft

536 S. | 2011 | Bestell-Nr. 18802 |
Kart. | Preis: € 34.90 bestellen | order
Weitere Titel unter: Braunschweiger Werkstücke


 

 
Abgeschoben in den Tod
Katalog zur Ausstellung im Neuen Rathaus Hannover, Bürgersaal
15. Dezember 2011 bis 27. Januar 2012

Die Deportation von 1001 jüdischen Hannoveranerinnen und Hannoveranern am 15. Dezember 1941 nach Riga. Neben den Inhalten der Ausstellung beinhaltet der Katalog wissenschaftliche Aufsätze, die die Informationen über die Riga-Deportation vertiefen und die Fragestellungen erweitern. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, u.a. der Leibniz Universität Hannover, setzen sich umfassend mit einzelnen Aspekten der Ausgrenzung und Vernichtung jüdischen Lebens in Hannover, dem Hintergrund der Täter, einzelnen Schicksals- und Leidensgeschichten und der vollständigen Namensdokumentation der deportierten Menschen auseinander. Der Katalog wird zukünftig als zentrales Werk die Erinnerung an die Deportation vom 15. Dezember 1941 in der stadthannoverschen Öffentlichkeit wach halten.

352 S. | sw Abb. | 2011 | ISBN: 978-3-7752-6200-2
Kart. | Preis: € 10.00 bestellen | order
Weitere Titel unter: EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN


 

 
Cornelia Regin, Editorial
STADTBILDER
Thomas M. Dann: Adliges Wohnen in Hannover
Ralf Dorn: Planung ist schöpferische Gestaltung- Zum planungsmethodischen Instrumentarium Rudolf Hillebrechts
Carsten Scholz: Geschichte aus Häuser-Zeilen. Wunstorfs Hausinschriften erzählen aus dem Leben der Stadt

STADTIMAGE
Petra Spona: Von der Hauptstadt Niedersachsens zur Gauhauptstadt
Vanessa Erstmann: Vorwärts nach weit - Mike Gehrke und die Imagepolitik Hannovers

AUF REISEN
Anne Viola Siebert: Von Hannover in die Welt - Neues zu August Kestners Sizilien-Reise 1824
Marko Jelusci: Ein Zufluchtsort für weltbekannte Kunst - Bad Wildungen
Jessica Leffers: Gastarbeit in Hannover

PERSONEN
Ralf Hoffrogge: Emmy und Werner Scholem
Peter Endebrock: Ein hannoverscher Spielkartenfabrikant im Königreich Westphalen

KIRCHE
Jobst Reller: Die Christuskirchengemeinde und die Hermannsburger Mission

GEDENKEN
Gerhard Schneider: Die Waterloogedenkfeier 1915

CHRONIK
Manfred von Boetticher: Vereinschronik des Historischen Vereins für Niedersachsen 176. Vereinsjahr 2010/2011

252 | sw. Abbildungen | 2011 | ISBN: 978-3-7752-5965-1
Kart. | Preis: € 12.60 bestellen | order
Weitere Titel unter: Hannoversche Geschichtsblätter


 

 
Martina Hartmann
Studien zu den Briefen Abt Wibals von Stablo und Corvey sowie zur Briefliteratur in der frühen Stauferzeit
Der vorliegende Band bietet ergänzende Studien zur im kommenden Jahr erscheinenden Ausgabe des im Autograph erhaltenen Briefbuchs Wibalds von Stablo und Corvey († 1158). Aufgenommen sind: sieben Schreiben der Jahre 1119 bis 1137, die Wibalds Bedeutung, seine sprachlichen und stilistischen Fähigkeiten und seine Interessen in diesen frühen Jahren zeigen; sechs Briefe, die alle aus Corveyer Überlieferung stammen und als epistolae vagantes zum Briefbuch anzusehen sind, da sie ergänzende Informationen liefern; darüberhinaus die aus dem Briefbuch erschließbaren sog. litterae deperditae, die als Regesten geboten werden und den Umfang der verlorenen Korrespondenz Wibalds erkennen lassen. Der Band beschäftigt sich zudem mit der Brieftechnik im 12. Jahrhundert, die in Umrissen aus der Korrespondenz des Abtes erkennbar wird, und mit Briefen und Briefsammlungen, die im gleichen Zeitraum wie Wibalds ‚tragbares Archiv’ entstanden sind, also in der Zeit Konrads III. und Friedrich Barbarossas. Damit soll ein erster Schritt unternommen werden, um Carl Erdmanns berühmte „Studien zur Briefliteratur Deutschlands im 11. Jahrhundert“ von 1938 für das 12. Jahrhundert fortzusetzen, gilt ja gerade auch das 12. Jahrhundert als das Jahrhundert des Briefs.

XVI und 142 S. | 2011 | ISBN: 978-3-7752-5712-1
Geb. | Preis: € 20.00 bestellen | order




 

 
Rainer Ertel
Die Träger der Karmarsch-Denkmünze 1925 bis 2011
Ein Streifzug durch die deutsche Wissenschafts- und Wirtschaftsgeschichte
In Gedenken an Karl Karmarsch, den Gründer der heutigen Leibniz Universität, stiftete die damalige Hochschulgemeinschaft vier Jahre später die Karmarsch-Denkmünze. Mit dieser werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich besondere Verdienste um die Förderung von Technik und Wirtschaft sowohl auf dem Gebiet wissenschaftlicher Forschung als auch in der Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung erworben haben. Die Verleihung der Karmarsch-Denkmünze könnte man in der heutigen Zeit als eine Art "Marketinginstrument" des Freundeskreises und der Universität betrachten, das eingesetzt wird, um Kundenbeziehungen zu knüpfen zwischen denen, die Bildung und Wissenschaft produzieren und denen, die Forschungsergebnisse und gebildete Fähigkeiten anwenden. Die Liste der bisher 52 Inhaberinnen und Inhaber der Karmarsch-Denkmünze, zu denen u.a. bedeutende Industrielle, aber auch der langjährige Präsident der Leibniz Universität Hannover, Hinrich Seidel, und viele andere gehören, lässt die Absicht des Freundeskreises erkennen, sich für die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft einzusetzen. Dies ist, gerade in Zeiten schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse an deutschen Hochschulen, ein extrem wichtiges Thema, vor allem dann, wenn Quantitäts- und Qualitätsforderungen ständig steigen.
Aus dem Grußwort Prof. Dr.-Ing. Erich Barke

Herausgegeben vom Freundeskreis der Leibniz Universität Hannover e.V.

126 S. | sw Abb. | 2011 | ISBN: 978-3-7752-6163-0
Ln. | Preis: € 15.00 bestellen | order
Weitere Titel unter: EINZELVERÖFFENTLICHUNGEN


 

 
Michael Wettern
Heinrich Grönewald
Student und Doktorant der Technischen Hochschule Braunschweig - Ein Leben für die Pädagogik in Braunschweig, Paris und Buenos Aires
Die vorliegende Veröffentlichung soll den Lebensweg von Heinrich Grönewald, einem engagierten und sozialdemokratischen Lehrer, nachzeichnen. Ihm war es aufgrund seiner politischen Einstellung nicht möglich, seine Berufsperspektive im Deutschland der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu realisieren. 1909 geboren, wird er als Kind die Wirren des Ersten Weltkriegs kaum verstanden haben. Jedoch als Student in der kulturwissenschaftlichen Abteilung der damaligen Technischen Hochschule Braunschweig hat er die erheblichen, stets wachsenden politischen Gegensätze seiner Zeit persönlich erlitten. Während er als Student von seinerzeit weit über Braunschweig hinaus bekannten, sozialdemokratischen Schulreformern, den Professoren Adolf Jensen und Helmut von Bracken auf den Beruf vorbereitet wurde, vergrößerte sich der Einfluss der Nationalsozialisten nicht nur im Freistaat Braunschweig, sondern auch an der Braunschweiger Hochschule. Geprägt durch sein Elternhaus vertrat Grönewald in Zeitungsartikeln bereits in diesen Jahren, in denen in Braunschweig der nationalsozialistische Zeitgeist ständig an Einfluss gewann, prononciert anti-nationalsozialistische Positionen. Sie machten ihn weit über den Kreis der Hochschule hinaus bekannt. Seine deutliche Ablehnung nationalsozialistischer Politik war der Grund, weder den Beruf eines Lehrers ausüben noch seine begonnene Doktorarbeit verwirklichen zu können. Nachdem der Druck durch Nazi-Schergen für ihn lebensbedrohend wurde, flüchtete er; eine Wahl hatte er nicht. Die Emigration wurde für ihn die einzig verbliebene Lebensperspektive mit der Folge der Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit durch die Nationalsozialisten. Das Exil erlaubte ihm, sich mit Nachdruck weiterhin für eine Gesellschaft einzusetzen, bei der Unterdrückung keinen Einfluss haben sollte, vor allem aber, um sein Ideal einer repressionsarmen, auf humanistischen Grundlagen sich gründenden Gesellschaftsordnung schon Schülern vermitteln zu können. Sie sollten für ein solidarisches Miteinander als Erwachsene vorbereitet sein. Sein früher Tod im Jahr 1957, nur wenige Wochen vor Vollendung seines achtundvierzigsten Lebensjahres, haben die Möglichkeiten der Rückkehr in das deutsche Schulwesen verhindert. Der Lebensweg von Heinrich Grönewald, einem hervorragenden Organisator, Journalisten, vor allem jedoch Pädagogen, ist ein Beispiel eines Demokraten, der mit einem in sich gefestigten, fundierten sozialen und pazifistischen Weltbild stets den Anfeindungen der Nationalsozialisten Widerstand entgegen gesetzt hat. So beschwerlich und entbehrungsreich im Rückblick sein Lebensweg auch gewesen ist, er ist seinen Weg unbeirrt gegangen.

Herausgegeber: Stadt Braunschweig und das Stadtarchiv Braunschweig

202 S. | sw Abb. | 2011 | ISBN: 978-3-7752-8803-3
Kart. | Preis: € 13.00 bestellen | order
Weitere Titel unter: Braunschweiger Werkstücke


 

 
Daniel Carlo Pangerl
Die Metropolitanverfassung des karolingischen Frankenreiches
Die Metropolitanverfassung war das verbindliche Organisationskonzept der spätantiken römischen Reichskirche. Sie beinhaltete insbesondere eine hierarchische Strukturierung des Episkopats in Metropoliten und Suffragan-bischöfe, die Einrichtung von Kirchenprovinzen, die kanonische Regelung der Bischofsweihe und das Abhalten von Provinzialsynoden. Im Abendland bestand die Metropolitanverfassung nach dem Untergang des Weströmischen Reiches in den Landeskirchen der Germanenreiche zunächst fort, auch in dem auf gallischem Boden errichteten Frankenreich der Merowinger. Spätestens gegen Ende des 7. Jahrhunderts war dieses kirchliche Organisationskonzept jedoch in diesem Regnum völlig außer Geltung gekommen. Die Restitution der fränkischen Metropolitanverfassung nahm ihren Anfang unter der Herrschaft Karls des Großen und erstreckte sich bis zum Ende des 9. Jahrhunderts. Die vorliegende Arbeit bietet erstmals eine umfassende und vergleichende Untersuchung zur Metropolitanverfassung des karolingischen Frankenreiches. Im Zentrum der Betrachtung stehen dabei die Errichtung eines Systems von fränkischen Kirchenprovinzen mit festen Metropolitansitzen nach dem Vorbild der spätantik-gallischen Provinzgliederung, die Provinzialsynoden der Karolingerzeit, die Weihen der karolingerzeitlichen Metropoliten und Suffraganbischöfe sowie die Rolle der Metropoliten in der kirchenpolitischen Praxis des Frankenreiches.

XLVI, 346 S. | 2011 | ISBN: 978-3-7752-5763-3
Geb. | Preis: € 48.00 bestellen | order




 

 
Margarete Sturm-Heumann, Bearb.
Die Eheberedungen des Amts Stadthagen im Staatsarchiv Bückeburg
Ein analytisches Verzeichnis
3.Teil: 1712-1740

Im Herbst 2004 erschien der erste von Margarete Sturm-Heumann bearbeitete Band der Eheberedungen des Amts Stadthagen (1582-1642), 2007 der zweite Band (1648-1711), nun legt die Bearbeiterin bereits den dritten Band vor. Das Konzept der Bände, beim zweiten lediglich um einen Sachindex erweitert, wird auch im dritten Band beibehalten. Er enthält für den Zeitraum 1712 bis 1740 1640 Regesten. Es zeigt sich in der für einen kurzen Zeitraum hohen Zahl die zunehmende Dichte der Überlieferung.

441 S. | 2011 | ISBN: 978-3-7752-5922-4
Kart. | Preis: € 20.00 bestellen | order
Weitere Titel unter: Veröffentlichungen der niedersächsischen Archivverwaltung


 

 
Thomas Förster
Bonizo von Sutri als gregorianischer Geschichtsschreiber
Der Liber ad amicum des Bischofs Bonizo von Sutri ist seit seiner Wiederentdeckung
in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und der Edition durch Andreas Felix von Oefele im Jahre 1763 immer wieder Gegenstand
intensiver quellenkritischer Überlegungen gewesen. Die besondere Bedeutung des Werkes ergab und ergibt sich u.a. daraus, daß es für die Geschichte der Jahre von 1046 bis 1085 oft die einzige erzählende Quelle ist, die über
bestimmte Vorgänge unterrichtet. Von Oefele hatte in der Vorbemerkung seiner Edition erklärt, er lege ein neues Zeugnis für jene Zeiten vor, „ob auch (einen Nachweis) der Wahrheit, sollten die beurteilen, welche die Nachrichten der Alten mit den neu gefundenen Zeugnissen verglichen“.
Alle Forscher, die das Werk in der Folgezeit nutzten, sind sich stets darüber
im klaren gewesen, daß Bonizo als glühender Parteigänger Papst Gregors VII. und als radikaler Anhänger der Kirchenreform seinen Überzeugungen gerade im Liber ad amicum durch entsprechende Themenwahl und Darstellungsweise nachdrücklich Ausdruck verliehen hat. Die Schlußfolgerungen, die man hieraus zum Wert des Werkes als zeitgenössischer Quelle
gezogen hat, reichen von nahezu völliger Ablehnung bis zur Verwertung von Angaben des Bischofs aufgrund kritischer Würdigung im einzelnen. Für die hier vorgelegte Arbeit, welche die Frage nach dem Wert von Bonizos
Liber ad amicum als Quelle aufwirft, ist es daher angebracht, sich die grundsätzlichen Argumente und Methoden zu vergegenwärtigen, die für und gegen die Verwertbarkeit des Werkes von der Forschung vorgebracht worden sind. Dabei geht es sowohl um den Quellenwert der einzelnen Angaben als auch um das Verständnis des Werkes insgesamt und die Bedeutung, die ihm innerhalb der Publizistik des Investiturstreites zukommt.

XXVI, 276 S. | 2011 | ISBN: 978-3-7752-5713-8
Geb. | Preis: € 40.00 bestellen | order




 

 
Gerd van den Heuvel
Adlige Herrschaft, bäuerlicher Widerstand
und territorialstaatliche Souveränität

Die „Hoch- und Freiheit Gesmold“ (Hochstift Osnabrück) im 18. und frühen 19. Jahrhundert
In den frühen Morgenstunden des 1. September 1794 stürmten einige hundert Bauern und landlose Heuerlinge das Wasserschloss Gesmold des Freiherrn von Hammerstein, befreiten einen im dortigen Gefängnisturm vom Schlossherrn inhaftierten Müller, machten anschließend den Kerker dem Erdboden gleich und erpressten Zugeständnisse hinsichtlich ihrer Abgaben- und Dienstpflichten. Vier Tage später vereitelten die Aufständischen mit einem Marsch in die Stadt Osnabrück die unmittelbare Bestrafung ihrer „Rädelsführer“. Während die Regierung
des Hochstifts gegen die revoltierenden Bauern Militär aufmarschieren ließ, suchte sie den eigenmächtig agierenden Freiherrn mit geringem Erfolg auf juristischem Wege in die Schranken zu weisen, um ihr Gewaltmonopol durchzusetzen.
Der „Gesmolder Bauerntumult“ bildet vor dem Hintergrund der Französischen Revolution den Kulminationspunkt einer langwierigen Auseinandersetzung, in der eine selbstbewußte Adelsdynastie mehr als ein Jahrhundert lang ihre Autonomie gegenüber dem Territorialstaat ebenso wie ihre Herrenstellung über leibeigene Bauern und ländliche Unterschichten zäh zu verteidigen suchte. Die Studie untersucht auf breiter archivalischer Quellengrundlage die langfristigen
politischen, sozialen und ökonomischen Grundlagen des Konflikts, erörtert die veränderten Wahrnehmungen der Beteiligten infolge der Revolution im Nachbarland, zeigt die Grenzen juristischer Konfliktlösungsversuche in einem Kleinstaat am Ende des Alten Reichs auf und thematisiert darüber hinaus die Erosion der Grundherrschaft vor Beginn der hannoverschen Agrarreformen im Jahre 1833.

Zum Autor
Gerd van den Heuvel, geb. 1954, Studium der Geschichte, Germanistik und
Politischen Wissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum, Promotion 1984,
seit 1985 Mitarbeiter am Leibniz-Archiv der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek/
Niedersächsische Landesbibliothek. Zahlreiche Arbeiten zum französischen
Ancien Régime und zur Revolution von 1789, zur Begriffsgeschichte, zur niedersächsischen
Landesgeschichte sowie zu Leibniz und seiner Zeit.

229 S. | 12 seitiger Farbteil | 2011 | ISBN: 978-3-7752-6065-7
Geb. | Preis: € 29.00 bestellen | order
Weitere Titel unter: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen